Parov Stelar: Vom Pop- zum Kunst-Shooting-Star

Als Electro Swing-King sind seine Konzerte rund um den Globus ausverkauft. Über eine Million Fans folgen ihm auf Facebook. Mehr als 500 Millionen Mal wurden seine Musikvideos auf YouTube angesehen. Parov Stelar ist Österreichs erfolgreichster Popstar. Der studierte Designer feiert auch Erfolge als bildender Künstler. Wir besuchten ihn auf Mallorca – und zeigen seine neuen Werke.

Georg Kindel
Georg Kindel - Chefredakteur
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Bis zur Erschöpfung. Die Zeit im Atelier war jedenfalls kräftezehrend. „Ich habe oft die ganze Nacht bis zur Erschöpfung durchgemalt. Das war ein extrem inspirierender Prozess. Jetzt sind meine Batterien leer.“

Dazwischen hat er für das Video zu seinem neuen Hit „Gringo“ über 1.600 Einzelbilder angefertigt. „Ich habe die Sequenzen erst gefilmt, dann habe ich sie in Einzelbilder zerlegt, 25 pro Sekunde. Diese Einzelbilder habe ich händisch bearbeitet, entfremdet, per Hand koloriert und schließlich wieder eingescannt.“

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Auch seine monumentalen Bilder verbindet er mit seiner Musik. „Jeder Song des neuen Albums bekommt ein korrespondierendes Bild dazu.“ Dabei lässt er sich von bildenden Kollegen inspirieren. Speziell der Destruktivismus von Banksy fasziniert ihn. „Er schafft es, in seiner Reduziertheit Ästhetik und eine tiefe Message zu verbinden.“ Gottfried Helnwein gehört ebenso zu seinen Favoriten. „Er ist ein Ausnahmekünstler. Selbst wenn man nahe zum Werk geht, merkt man erst aus nächster Nähe, dass es gemalt ist.“ Und an David Hockney schätzt er die Unaufgeregtheit. „Ein großartiger Maler, der seine Reduziertheit auf den Punkt bringt. Mann steht am Pool. Und? Er trifft mit seinen Bildern etwas, was man nicht erklären kann. Kunst muss berühren, ohne erklärt werden zu müssen.“

„Durch die Technologie und die Digitalisierung werden sich neue Kunstzweige bilden“, ist Parov Stelar überzeugt. Aber auch das Malen auf Leinwand wird als Gegenpol immer bedeutsam sein, „sonst verhungert die menschliche Seele“. Nachsatz: „Für mich kann es die Musik ohne bildende Kunst nicht geben. Sie ist in den letzten Jahren wieder sehr wichtig für mich geworden. Es ergänzt sich perfekt: Zum einen stelle ich meine Gedanken in Bildern dar, zum anderen in Musik.

Fotos: Jan Kohlrusch

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Georg Kindel ist Chefredakteur von CALL.