Mit „Ungeregelt“ legt das Wiener Theaterkollektiv Luna Project ein Debüt vor, das weh tut – und genau deshalb wirkt. Im Zentrum steht Mathilda, eine junge Frau mit Endometriose, einer Krankheit, die Millionen betrifft und doch systematisch übersehen wird. Erzählt wird diese Geschichte als poetisch-absurdes Bühnenmärchen zwischen Körpertheater, Humor und radikaler Ehrlichkeit.

Besonders prägend für die unverwechselbare Handschrift des Abends ist Anne-Sophie Delmas.. Die in Paris an der legendären École Jacques Lecoq ausgebildete Schauspielerin bringt eine physische Präzision auf die Bühne, die den Körper selbst zum Erzähler macht. Delmas interessiert sich mehr noch als für das gesprochene Wort für das, was darunter liegt: Spannungen, Brüche, Widerstände. In „Ungeregelt“ wird ein medizinisches System demaskiert, das nach wie vor auf den männlichen Körper ausgerichtet ist – fordernd, widerspenstig, eigenständig.

Gemeinsam mit Jo Bertl und Amina Mostageer hat Delmas Luna Project gegründet, doch es ist ihre lecoqsche Körperintelligenz, die dem Stück seine emotionale Wucht verleiht. „Ungeregelt“ ist keine Anklage, sondern ein kluger, schmerzhafter und überraschend komischer Blick auf ein System, das noch immer lernt, zuzuhören.
19. Februar 2026: Exner-Saal der MW Michelbeuern
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21. März 2026: Bühne Purkersdorf
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