Der Trend-Experte 2026: Florian Ferstl
Florian Ferstl ist Managing Director für die Marken Alfa Romeo und Jeep in Österreich und verfügt über eine große Expertise in Mobilitätsfragen.
2025 war das Jahr von Alfa Romeo in Österreich: ein Plus von 175 Prozent im September. Seit Jahresanfang, Stand Ende November, ein Jahresplus von 38 Prozent. Ist das dem Junior zu verdanken?
Es freut uns sehr, dass der Alfa Romeo Junior so gut in Österreich angekommen ist. Wir konnten damit unsere Zielgruppe erweitern und ein perfektes Paket auf kleinem Raum – 4,20 Meter pure Sportlichkeit für den Alltag – bieten. Für Menschen, die italienische Leidenschaft und ein bisschen Italienurlaub auf jeder Fahrt erleben wollen.

In ganz Europa erlebt Alfa Romeo im heiß umkämpften Automarkt einen Boom mit einem Plus von 33,3 Prozent im ersten Halbjahr 2025.
Ich sehe zwei wichtigere Gründe dafür: Zum einen ist „Made in Europe“ einfach etwas wert. Es ist schön zu sehen, dass da die lokale Wertschöpfung auch für die Kunden relevant ist. Andererseits ist auch die Entwicklung in der Automobilbranche sehr in Richtung „Computer auf Rädern“ gegangen, was bei vielen chinesischen und anderen neuen Herstellern im Fokus ist. Da etwas anderes anbieten zu können, das macht Alfa Romeo auch aus. Natürlich haben wir auch die modernsten Assistenzsysteme in den Autos, die unterstützen. Aber es steht trotzdem immer noch der Mensch im Mittelpunkt, es geht uns um das Fahrgefühl, einfach selber noch das Steuer in der Hand zu haben und entscheiden zu können, was passiert.
Und das italienische Lebensgefühl?
Definitiv. Es gibt viele gute Autos und viele Möglichkeiten, von A nach B zu kommen, sicher auch billigere als den Junior. Aber wenn man Wert darauf legt, das italienische Lebensgefühl einfach auch im Alltag zu spüren und in ein Premiumfahrzeug zu investieren, dann liegt man mit einem Alfa Romeo richtig. Erfreulicherweise sind sehr viele diesen Schritt gegangen.

Auch der neue Tonale verspricht wieder eine Erfolgsgeschichte.
Ja. Der neue Mild Hybrid hat jetzt sogar 175 PS, um nochmals die Sportlichkeit zu unterstreichen. Wir bieten bei dieser Weiterentwicklung auch nach wie vor auch eine konventionelle Dieselvariante an. Und wir haben den Plug-in-Hybrid, der jetzt mit 270 PS auch die Allradvariante anbietet. Softwaretechnisch wurde das Modell weiter optimiert, das Auto passt sich jetzt noch besser auf die jeweiligen Anforderungen an. Man hat selbst in der Hand, was das Fahrzeug machen soll, z.B. ob man den Verbrenner zum Elektroantrieb dazuschaltet. In Summe stellt der Tonale ein großartiges Gesamtpaket dar. Wir erweitern die Produktpalette in alle Richtungen. Der Einstiegspreis liegt mit Aktion unter EUR 40.000. Es gibt auch modellübergreifende Sondermodelle mit neuem Interieur wie schwarzen Ledersitzen, wo die Sportlichkeit besonders hervorgehoben wird. Da hat sich die italienische Leidenschaft auch bei den Designern durchgesetzt. Wer es extravagant mag, kann beim Tonale auch rote Ledersitze bestellen.

Wie sehen Sie den Trend 2026?
Es wird ein herausforderndes Jahr, weil auch viele neue Mitbewerber in den Markt drängen. Für Alfa Romeo sehe ich es aber sehr positiv, auch für unsere Modelle wie Giulia und Stelvio. Die Quadrifoglio-Versionen werden zurückkommen mit 520 PS und V6 Ferrari-Motor.

Bei der Marke DS launchten Sie 2025 erfolgreich das neue Modell N°8.
Wo wir überrascht waren, wie viele Personen das Fahrzeug bestellt haben, ohne dass sie es jemals probefahren konnten. Allein das Design und die Eckdaten reichten für die Bestellung aus. Für Nummer 8 ist das Jahr sehr gut gelaufen. Wir wollen jetzt auch das Momentum für die anderen Modelle nutzen, speziell für den neuen N°4, auf den wir 2026 den Hauptfokus legen werden.
© 2026 PANAREA Studios, Vienna. The House of CALL Magazine.
Das Gespräch wurde erstmals im CALL Magazin 05/2026 veröffentlicht



